Im Rechberg 1837 werden Winzer zu Sommeliers

Wer könnte einen Wein besser vorstellen als die Person, die ihn produziert hat? Im Rechberg 1837 schlüpfen Winzerinnen und Winzer in die Rolle des Sommeliers. Mitinhaber Raphael Guggenbühl erklärt, weshalb dieses Konzept Schweizer Wein auf besonders authentische Weise erlebbar macht.
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Wednesday, 08. Jul 2026Gastronomie, Interview

Raphael Guggenbühl, bei Ihren Wine-&-Dine-Abenden übernehmen Winzerinnen und Winzer die Rolle des Sommeliers. Wie ist diese Idee entstanden?

Die Idee entstand aus dem direkten Austausch mit unseren Produzentinnen und Produzenten. Bei klassischen Weinveranstaltungen fehlte uns oft die persönliche Nähe. Uns war wichtig, dass die Gäste nicht nur etwas über einen Wein hören, sondern den Menschen kennenlernen, der ihn produziert. So entstehen echte Gespräche statt Frontalunterricht.

Raphael Guggenbühl, Restaurant Rechberg 1837

Was macht dieses Konzept so besonders?

Unsere Mitarbeitenden lernen die Winzerinnen und Winzer persönlich kennen und verstehen ihre Philosophie, ihre Böden und ihre Arbeitsweise. Dieses Wissen fliesst direkt in den Service ein und macht die Beratung authentischer. Noch spannender wird es, wenn die Winzerinnen und Winzer selbst im Restaurant unterwegs sind, an die Tische kommen, Fragen beantworten und gemeinsam mit den Gästen den Abend erleben. Dadurch entsteht eine ganz andere Atmosphäre.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Winzerinnen und Winzer ausgewählt?

Qualität steht an erster Stelle. Uns interessieren Produzentinnen und Produzenten, die charaktervolle Weine herstellen und möglichst nachhaltig arbeiten. Gleichzeitig muss die Zusammenarbeit menschlich passen. Viele begleiten uns schon länger, andere möchten wir bewusst neu kennenlernen. So entstehen laufend neue Begegnungen – sowohl für unser Team als auch für unsere Gäste.

Ist dieses Format speziell für «Let's Dine with Swiss Wine» entstanden?

Wir haben solche Abende bereits früher organisiert und greifen das Konzept nun wieder verstärkt auf. «Let's Dine with Swiss Wine» bietet dafür eine ideale Plattform, weil die Kampagne genau den persönlichen Austausch zwischen Produzentinnen und Produzenten, Gastronomie und Gästen fördert.

Mussten Sie die Winzerinnen und Winzer zuerst von ihrer Rolle als Sommelier überzeugen?

Einige waren anfangs etwas zurückhaltend. Schliesslich stehen sie normalerweise im Rebberg und nicht im Rechberg. Wir begleiten sie deshalb eng. Unser Sommelier und der Chef de Service unterstützen sie während des ganzen Abends. Die Winzerinnen und Winzer essen gemeinsam mit den Gästen, stehen zwischendurch auf, gehen von Tisch zu Tisch und erzählen von ihren Weinen.

Wie arbeiten Küche und Winzerinnen und Winzer bei der Menügestaltung zusammen?

Die Gerichte orientieren sich an den Weinen und oft auch an den Regionen, aus denen sie stammen. Gleichzeitig reagieren wir flexibel auf Saison, Ernte oder Wetter. Dieser Austausch ist für beide Seiten spannend und bringt immer wieder neue Ideen hervor.

Let's Dine with Swiss Wine

Wie haben die Gäste auf die ersten Veranstaltungen reagiert?

Die Resonanz war ausgesprochen positiv. Viele Gäste schätzen den direkten Kontakt zu den Produzentinnen und Produzenten und nutzen die Gelegenheit, Fragen zu stellen oder später sogar ein Weingut zu besuchen. Genau solche Begegnungen machen den Abend besonders.

Welche Botschaft möchten Sie den Gästen mit auf den Weg geben?

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen Schweizer Wein bewusst entdecken und lokal einkaufen. Viele Weingüter haben in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Besonders im biologischen und biodynamischen Weinbau ist eine beeindruckende Qualität entstanden. Heute findet man in der Schweiz hervorragende Weine für jede Gelegenheit.

Sind solche Abende ein guter Weg, diese Botschaft zu vermitteln?

Sie sind sicher ein wichtiges Puzzleteil. Natürlich braucht es verschiedene Kanäle, um Schweizer Wein sichtbarer zu machen. Aber wenn Menschen den Winzer persönlich kennenlernen und seine Begeisterung erleben, bleibt das nachhaltig in Erinnerung.

Let's Dine with Swiss Wine

Worauf freuen Sie sich bei den kommenden «Let's Dine with Swiss Wine»-Abenden am meisten?

Auf den persönlichen Austausch. Jede Winzerin und jeder Winzer bringt eine eigene Geschichte, viel Wissen und Leidenschaft mit. Genau diese Emotionen machen Schweizer Wein für mich so faszinierend.


 

“Skip the middleman” mit Adrian Hartmann, Samstag 11. Juli 2026

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