Aurélie Lavison, wie ist die Idee für Jazz & Wine entstanden?
Als wir 2018 das Café du Nord übernommen haben, wollte ich unsere Weinkarte neugestalten. Dazu habe ich zahlreiche Winzerinnen und Winzer besucht. Irgendwann dachte ich mir: Warum lade ich sie nicht einfach zu uns ein? So können unsere Gäste die Winzer persönlich kennenlernen und ihre Weine direkt entdecken. So entstand Jazz & Wine. In Zusammenarbeit mit dem Alta und dem At’Home haben wir mit drei Abenden begonnen, dann wurden es fünf, dann sieben, und nun sind wir bereits bei der achten Ausgabe angelangt.
Warum passen Wein und Musik so gut zusammen?
Beides steht für Genuss, Begegnung und Entdeckungen. Am Anfang lag der Schwerpunkt auf dem Jazz. Heute ist das Programm vielfältiger und reicht von afro-lateinamerikanischen Klängen bis hin zum Blues.
Welche Atmosphäre möchten Sie an diesen Abenden schaffen?
Die Dorfstrasse wird für den Verkehr gesperrt und verwandelt sich in einen belebten Treffpunkt. Familien, Einheimische, Urlauber und Wanderer kommen zusammen. Die Kinder tanzen vor der Bühne, die Erwachsenen entdecken neue Weine oder geniessen die Musik. So entsteht eine entspannte und fröhliche Atmosphäre, in der jeder willkommen ist.
Die Gäste können Weine verschiedener Schweizer Winzerinnen und Winzer entdecken. Wie wählen Sie diese aus?
Jedes Restaurant stellt sein eigenes Programm zusammen. Für das Café du Nord stehen persönliche Begegnungen und neue Entdeckungen im Mittelpunkt. Wir arbeiten gerne mit kleinen Weingütern und Biobetrieben zusammen. In diesem Jahr ist zum Beispiel erstmals ein Winzer aus Neuenburg dabei. Neben Walliser Weinen servieren wir auch Weine aus anderen Regionen der Schweiz.
Worauf achten Sie bei Ihrer Weinkarte?
Das wichtigste Kriterium: Ein Wein muss uns schmecken. Gleichzeitig muss er zu unserer Küche passen. Da wir viele Käsegerichte, Tartares und Grillgerichte servieren, wählen wir Weine aus, die diese Speisen ergänzen. Aber auch Apéroweine sind bei uns sehr beliebt.
Welche Rolle spielt der Schweizer Wein im Café du Nord?
Unsere Weinkarte besteht fast ausschliesslich aus Schweizer Weinen. Wir bieten nur wenige französische Weine an, und zwar aufgrund der starken Nachfrage unserer internationalen Gäste, die im Winter zu uns kommen. Gleichzeitig ist unser Restaurant ein wichtiges Schaufenster für die Winzerinnen und Winzer. Die Produzenten erzählen mir regelmässig, dass Gäste ihre Weine zuerst bei uns entdeckt haben, bevor sie ihr Weingut besucht haben. Vor allem Urlauber haben oft keine Zeit, an einer Weinprobe im Tal teilzunehmen – im Restaurant können sie den Schweizer Wein dennoch entdecken.
Welche Rolle spielt die Berglandschaft bei diesem Erlebnis?
Eine sehr wichtige Rolle. Ein Glas Wein mit Blick auf die Dents du Midi zu geniessen und dabei Live-Musik zu hören, schafft eine ganz besondere Erinnerung. Ich bin überzeugt, dass die Umgebung Einfluss darauf hat, wie wir einen Wein wahrnehmen. Es geht nicht nur um das Getränk, sondern um den Moment als Ganzes. Genau diese Erinnerungen bleiben den Menschen lange im Gedächtnis.
Suchen die Gäste heute vermehrt nach solchen Erlebnissen?
Es ist offensichtlich, dass die Menschen Zeit miteinander verbringen, das Leben geniessen und Neues entdecken wollen. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das beruhigend. Unser Konzept ist ganz einfach: guter Wein, gute Musik und ein wunderschönes Ambiente. Vielleicht funktioniert es gerade deshalb so gut.
Was sollen die Gäste eines Jazz & Wine-Abends über den Schweizer Wein mitnehmen?
Dass der Schweizer Wein unglaublich vielfältig ist und noch viele Entdeckungen bereithält. Selbst nach mehr als zwanzig Jahren im Wallis lerne ich jedes Jahr neue Winzerinnen und Winzer kennen. Es ist diese Vielfalt, die unseren Weinbau so spannend macht – und genau das möchten wir unseren Gästen vermitteln.
Die Jazz & Wine-Abende finden bis Ende August 2026 jeden Freitag in den drei Restaurants Café du Nord, Alta 1874 und At’Home in Champéry statt.
Aktuelle Mitteilungen zu den Schweizer Weinen und exklusive Reportagen.
Um unsere Website zu besuchen, müssen Sie das gesetzliche Mindestalter zum Konsum von Alkohol in Ihrem Wohnsitzland haben.